Cocktail gefällig?

August 27, 2007

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Kaukasische Berge

August 27, 2007

Heute las ich bei dem Reisenden Freiherrn Max von Thielmann, dass “die Zahl der europäischen Vergnügungsreisenden im Kaukasus bis jetzt eine äußerst geringe” sei. Das war im Jahr 1872. Heute sieht es nicht viel anders aus, doch auch in anderer Hinsicht ist Herrn Thielmann zuzustimmen: “an Großartigkeit steht es freilich keinem mir bekannten Lande nach, und seinen Hauptreiz, die urwüchsige Natur, kann nur der gebührend schätzen, der sie selbst gesehen hat.” Allein die Vielfalt der kaukasischen Berge! Seht selbst:candyberge.jpgHier winke ich euch - winzig klein - von den “Candy Cane Mountains” zu.bes-barmag.jpgBesh Barmaq (= Fünf-Finger-Berg) ist eine Pilgerstädte. In Scharen erklimmen Heilsuchende seine höchsten Gipfel, um Gesundheit oder Fruchtbarkeit zu erlangen, je nach Bedarf. An einigen Stellen ist der Stein schon ganz glatt geküsst und gestreichelt, denn auf dem Weg nach oben durchläuft man zahlreiche Rituale: Mal berührt man den magischen Fels mit der Hand, mal mit dem Kopf oder Mund.wandern-am-sahdag.jpgWandern am Shahdag-Massiv. berge-nachts.jpgNächtlicher Blick auf die Gipfel des Großen Kaukasus. abendbrot.jpgWohlverdientes Abendbrot in den Bergen bei Qax.jeeptour.jpgMit dem Jeep durch faltiges Gelände.

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All you need

August 20, 2007

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Die Idealausrüstung für Aserbaidschan: Tee, Melonen und Lada. Viel mehr braucht es nicht zum Glücklichsein.

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Öl

August 8, 2007

1942 drehte die deutsche Armee einen Film, in dem Hitler anlässlich der geplanten Eroberung des Kaukasus eine Geburtstagstorte der besonderen Art überreicht bekam: Sein persönliches Tortenstück war mit den Umrissen Bakus verziert. Hier, am östlichsten Zipfel das Kaukasus, erwartete ihn das wertvolle Öl des Kaspischen Meers - zu dem er nie gelangte.

    Meine erste Begegnung mit dem Öl gestaltete sich eher verhalten. An der Promenade von Baku wird eine Schiffstour angeboten, bei der man einige hundert Meter auf’s Meer fährt und dann die gleiche Strecke wieder zurück. Hier der Blick über die Reling auf’s Wasser:

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    Ein Ausflug zum nahe gelegenen Shikhov-Strand sieht so aus:

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    Ölfeld am Rand von Baku:

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    Während Aserbaidschan um 1900 größter Erdöllieferant der Welt war, wird heute sein Anteil der Weltreserven auf lediglich 0,6 Prozent geschätzt. Trotzdem dreht sich im Land viel um das Öl. Seit dem so genannten Jahrhundertvertrag von 1994 sind Auslandsinvestitionen in Höhe von mehr als 15 Milliarden US-Dollar in den Öl-Sektor geflossen und die Produktion stieg infolge dessen rapide an. 2009 /2010 sollen sogar 1,1 Millionen Barrel pro Tag in der Baku-Tbilisi-Ceyhan-Pipeline (BTC) durch Georgien (vorbei an Armenien) in die Türkei fließen (1b = 159 Liter). Von dort wird das Öl über das Mittelmeer in alle Welt verschifft. 

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Land mit vielen Gesichtern

August 7, 2007

Dass Aserbaidschan immer wieder verblüfft, liegt an seinen so unterschiedlichen Gesichtern. Am Wochenende hatte ich Gelegenheit, einige davon kennen zu lernen - und das war äußerst interessant. Hier ein paar Impressionen:

    Xinaliq ist ein kleiner Bergort etwa vier Autostunden von Baku entfernt, im Großen Kaukasus gelegen. Erst kürzlich war Präsident Ilham Aliyev persönlich dort und hat die neue Straße eingeweiht, die er hat bauen lassen. Damit man sich an diese Wohltat erinnert, hängen quer durch die Berglandschaft neuerdings seine Bilder. Der Grund für den Straßenbau ist die besondere Architektur Xinaliqs, die die lokale Tourismusbranche nun vermarkten möchte: Eine Art hängende Dachterrassenlandschaft, bei der das Dach des einen Hauses jeweils die Terrasse des nächsten bildet. Nur so finden die Häuser am steilen Hang ihren Platz. Unsere kleine Delegation von Abenteurern unterschiedlichster Herkunft hatte jedoch beschlossen, sich abseits der Präsidentenroute durch die Berge zu schlagen. Mit schweren Jeeps haben wir uns hinaus gewagt, erst durch die Wüste und dann hinauf ins Gebirge. Hier bewegt man sich bevorzugt per Pferd - und schnell war klar, wer den Kürzeren ziehen musste. Sehen Sie selbst:

reiter.jpg kaukasischer-reiter-2.jpg

    Kaukasische Reiter…

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    … und unser Jeep mit Panne (das war nur die erste!) 

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    Interessante Begegnung.
    Irgendwie sind wir dann doch noch ins Bergdorf Xinaliq gekommen:xinaliq1.jpg
    xinaliq2.jpg

Nach dem archaischen Dorferlebnis am nächsten Tag dann ein Event ganz anderer Art: Eine Poolparty bei einem wohlhabenden Bekannten. Ich liege auf meiner Liege und lasse mich von netten jungen Damen mit edlen Drinks verwöhnen. Dabei blicke ich auf die bombastische Villa -äh, Datscha, ein niedliches Wochenendhäuschen von locker 300 qm mit entsprechend großem Garten. Hier also zelebrieren sich die Reichen und Schönen. poolparty.jpg

Direkt hinterm Pool liegt der Strand. Ich bin raus gegangen, um ein paar Bilder zu knipsen. Die geladenen Gäste samt Gastgeber haben sie anschließend neugierig bestaunt: So sieht es also jenseits der Mauern aus und so lebt der homo vulgaris! Meine Berichte waren wie Geschichten aus einer anderen Welt.

Dazu passend ein paar Superlative aus Baku, die wir abends im “Paul’s”, einer deutschen Kneipe, zusammengetragen haben: Im Hyatt oder der City Light Bar bekommt man einen Cappuccino für 7 Euro, einen Espresso im Park Inn für 8 $. Eine Tube Sonnencreme kostet hier lächerliche 45 Euro, ein Paket Kaffee 12. Ein Handtuch im falschen Laden gekauft ist für den Spottpreis von 90 $ zu haben. Und gestern war ich im Schwimmbad. Die 18 Euro Eintritt waren schon fast geschenkt, wenn man sich überlegt, dass man anderswo locker 50 hinblättern muss. Jaja, das liebe Öl… das hat schon so seine Tücken. Aber dazu mehr in Kürze. 

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Heydar Aliyev

August 2, 2007

Eigentlich ist er ja schon lange tot, doch nach wie vor gilt als Landesvater Aserbaidschans der omnipräsente Heydar Aliyev.

    Seit seinem Ableben im Dezember 2003 ist sein Sohn Ilham Präsident, doch ist es der Vater, der die meisten Plakatwände des Landes ziert. Einst war er Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, Chef des aserbaidschanischen KGB und Mitglied des Politbüros der KPdSU - bevor er 1993 Präsident der unabhängigen Republik Aserbaidschan wurde.

Die ersten Jahre der jungen Republik waren geprägt von politischer und ökonomischer Schwäche und dem unseligen Konflikt mit Armenien um die Bergregion Karabach. Das war die Stunde für Aliyev. Mit starker Hand sorgte er für Ruhe und Ordnung und feierte sein politisches Comeback als aserbaidschanischer Präsident. Er stabilisierte das Land innen- und außenpolitisch und unterzeichnete mit internationalen Ölkonzernen 1994 den Jahrhundertvertrag, dem das Land viel von seinem heutigen Wohlstand verdankt.

    Heute gibt es in jeder Stadt einen Heydar-Aliyev-Platz und ein Heydar-Aliyev-Museum. Selbst der Flughafen von Baku wurde vor wenigen Jahren nach dem Staatsmann benannt und natürlich würdigen ihn allerorts Plakate. Hier einige Beispiele:

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    Heydar-Aliyev-Teppich for sale.

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    Aliyev-Poster in der Bahnhofshalle von Baku.

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“Ich schreibe einen Reiseführer”

August 2, 2007

Es ist durchaus verblüffend, wie viele Deutsche schon vor mir auf die Idee gekommen sind, einen Reiseführer über Aserbaidschan zu schreiben. Wie kommt’s? Und wieso gibt es dann bis heute kein derartiges Buch?Die Reaktionen, die mein Vorhaben auslöst, sind sehr unterschiedlich: Da ist zum Beispiel der Taxifahrer, dem ich auf stümperhaftem Russisch mein Vorhaben erläutere, woraufhin er mich vor Begeisterung einen halben Tag umsonst durch die Stadt fährt. Toll. Und das ist kein Einzelfall!Dann kommt das breite Spektrum derer, die nicht verstehen, was ich hier überhaupt mache. Wer sollte es ihnen verdenken?Ähnlich geht es wohl auch denen, die mit leuchtenden Augen ein Business wittern und sich mit ihrer Einmann-Travel-Agency einklinken wollen. Und schließlich begegnen mir bisweilen Leute, die sich selbst gern an meiner Stelle sähen. Weshalb? Etwa, weil mich ein Chauffeur morgens vom Pool meines Deluxe-Hotels abholt, damit ich ein paar Impressionen sammeln kann, während ich vom Rücksitz der Limousine aus meinen Fans mit dem dicken Scheck meines Verlegers zuwinke? Jaja, so muss es sein.Wer die Wahrheit erfahren will über das mühsame Unterfangen einen Reiseführer zu schreiben, der ist herzlich eingeladen vorbeizukommen. Aber bitte mit Anti-Blasen-Pflastern, Isomatte und Lebensversicherung!

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Impressionen am Mittwoch

August 1, 2007

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    “Dom Soviet”: Das Ex-Regierungsgebäude mit Lada und Straßenfeger.

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    Die Promenade: Mickey Mouse vor alten Kränen.

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